Feuerwehr – Wie sich die Frau in diesem Job etablierte

,,Ich will Feuerwehrmann werden!”

Diese Worte wären nur allzu gewöhnlich aus dem Munde eines kleinen Jungen, dessen Berufswunsch es ist, ein Held zu sein. Schließlich rettet die Feuerwehr täglich vielen Menschen das Leben und dabei beschränkt sich dessen Einsatz nicht nur auf das Löschen von Bränden, sondern dieser Beruf umfasst eine Vielzahl von Gefahrensituationen wie zum Beispiel auch die Tierrettung. Trotz der Tendenz der Gleichberechtigung in der Gesellschaft zwischen Frau und Mann, sind Frauen in Deutschland innerhalb der Berufsfeuerwehr immer noch eine Rarität. Mit nur etwa 1% sind Frauen in dieser Berufsgruppe vertreten. Die Gründe hierfür sind weniger die körperlichen Voraussetzungen, die einem Feuermann abverlangt werden, sondern viel mehr die allgemeine Vorstellung, dass es sich hierbei um einen Männerberuf handelt. Symbolhaft spiegelt sich dieses fest verankerte Gesellschaftsklischee in der maskulinen Berufsbezeichnung des Feuerwehrmannes wieder.

Das Wort Feuerwehrfrau hingegen existiert bisweilen immer noch nicht, obwohl sich die Frau bei der Berufsfeuerwehr in einem Etablierungsprozess befindet. Dieser vollzieht sich zwar langsam, aber dennoch kontinuierlich. Frauen sollten zu ihrem Traumberuf stehen und damit zu der Etablierung im Zeitalter der Gleichberechtigung beitragen. Dennoch sollte Frau sich bewusst machen, welche Kompetenzen und Vorraussetzungen sie mitbringen muss, um im Feuerwehrberuf bestehen zu können.

Zum einen muss Frau, um eine Ausbildung bei der Feuerwehr absolvieren zu können, bereits eine andere Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Vom Vorteil sind hier verwandte Berufsausbildungen im medizinischen Bereich wie zum Beispiel eine Ausbildung zur Krankenschwester, Arzthelferin, Apothekerin oder Physiotherapeutin. Zum anderen verlangt der Beruf ein Extremmaß an körperlicher Fitness. Sportlichkeit und ein sehr guter Gesundheitszustand sind also die Grundvoraussetzungen, um der enormen Berufsbelastung standhalten zu können. Demnach ist ein beständiges Training im Bereich Kraft und Ausdauer unabdingbar, was von der Person eine menge Disziplin und Durchhaltevermögen abverlangt.

Diesbezüglich muss bei der Aufnahme eine Prüfung absolviert werden. Diese erstreckt sich sowohl auf einen praktischen als auch auf einen theoretischen Teil. Letzteres verlangt ein großes Maß an allgemeiner Bildung, sowie spezifisches Fachwissen im medizinischen und Sicherheitsbereich. Ebenso muss die Frau, die sich für den Berufsweg bei der Feuerwehr entscheidet bewusst sein, dass dieser auch stark psychosozial belasten kann. Tod, Krankheit und Naturkatastrophen sind alltägliche Erfahrungen mit denen die Frau konfrontiert werden wird.

Seit 2005 wurde die Tür bei der Feuerwehr weiter geöffnet, indem die Prüfungen vereinfacht worden, um auch Frauen einen leichteren Einstieg zu ermöglichen. Grund hierfür war, dass die Anforderungen von den meisten Frauen aufgrund ihres natürlichen Körperbaus nicht zu bewältigen gewesen sind.